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Vorwort Kaninchen Edition Updates Google Welche Noten für Anfänger?

leichte Noten

Hallodudas Musiktheorie
(aus dem Klavierbuch für wirklich grosse Zwergkaninchen)

Die Kadenz

In der Musik gibt es zwei Bedeutungen !

I. Kadenz ist eine Akkordfolge, mit der ein Musikabschnitt harmonisch abgeschlossen wird.
Sie entwickelte sich im 16. Jahrhundert.

Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort cadere = fallen ab.

Was in der Kadenz fällt, das ist der Bass - und sogar zweimal, jeweils um eine Quinte. Als Quinte bezeichnet man den Abstand von 5 Tönen innerhalb einer Tonleiter oder Skala, wobei (aufpassen!) der erste Ton mitgezählt wird.

Seit dem 18.Jh. unterscheidet man verschiedene Formen der Kadenzen, wir aber wollen hier
nur die verstärkte authentische Schlußkadenz betrachten (und üben).

Die verstärkte authentische (d.h.: vollkommene) Schlußkadenz funktioniert mit den drei für sehr viele (westliche) Musikrichtungen wichtigsten Harmonien:

Tonika
Subdominante
Dominante
Tonika
(Funktionstheorie)
I
IV
V
I
(Stufentheorie)

Der Bass fällt zunächst eine Quinte, dann steigt er eine Sekunde hoch und fällt wieder eine Quinte. Nimm bitte den praktischen Fingersatz für die linke Hand in allen Tonarten: 1 3 2 5

Mozart, Beethoven, Schubert und die Beatles, Tu Pac, Take That und Michael Jackson:
Alle verwenden in ihrer Musik irgendwann Akkordfolgen aus Tonika, Subdominante und Dominante.
Im einfachen Bluesschema gibt es sogar nur diese drei: Schau Dir die Boogies an, bestimme deren Akkorde !

Hier nun die vierstimmige authentische Kadenz in C-Dur (enge Lage):

Die Lage der Akkordgriffe wechselt - unser Beispiel beginnt in Quintlage, dann folgt die Oktavlage, zum Schluss die Terzlage - jeweils benannt nach dem höchsten Ton des ersten Akkordes.

Bei der Verbindung von zwei Akkorden bleiben gleiche Töne liegen, die übrige Stimmführung erfolgt in
Gegenbewegung zum Bass. Bitte prüfe dieses im obigen Modell ! Danach transponierst Du es nach D-Dur !

(Vorzeichen nicht vergessen!)

--> Hier gibt es Notenpapier zum Ausdrucken <--

II.: Die zweite Bedeutung : Im (klassischen) Solokonzert versteht man unter Kadenz eine improvisierte oder auskomponierte Stelle des Solisten, meist reich verziert und kurz vor Schluß eines Satzes.


Wirst Du Dich wundern, wenn Du feststellst, daß oft das Ende eines solchen Solos wiederum aus einer
Kadenz besteht ?

Im Video spielt Karin Zhou am Ende der Kadenz eine "Cadenza perfecta" (V-I = Dominante & Tonika) - ungefähr bei 1:25 (die Stelle mit dem Triller), kurz bevor das Jugendkammerorchester Berlin wieder einsetzt. (Diese Kadenz hat sich der berühmte Pianist Murray Perahia ausgedacht.)

copyright Friedemann Wilcke
NotenBUCH

Klavierbuch für wirklich große  Zwergkaninchen

 
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die Zeichnungen von Anica Pelivan